Paddeln, was das Zeug hält oder: mit dem Kajak durch Norwegen

Alle, die mich kennen wissen ja, dass ich nicht SO der Sportfreak bin. Aber irgendwie fordert Norwegen einen doch immer wieder heraus, das eine oder andere eben doch mal zu probieren. Zum Beispiel Kayaking. Und das kann man quasi überall in Norwegen. Selbst bei uns in Oslo. Dazu sucht man sich am besten den Vestfjorden aus, nicht zu verwechseln mit gleichnamigen Fjord auf den Lofoten. Auf die Berge muss man dabei in Oslo zwar verzichten, aber Natur- und Tierwelt können sich auch hier sehen lassen. Für mich ist ja bei der ersten Tour erst mal essentiell, dass ich mit dem ganzen Ding nicht kopfüber im Wasser lande. 😉

Vestfjorden, nahe Oslo, Copyright: Erik Jørgensen - Visitnorway.com

Vestfjorden, nahe Oslo, Copyright: Erik Jørgensen – Visitnorway.com

Ok, die Cracks gehen gleich auf mehrtägige Tour. Dafür ist Norwegen aber auch wie geschaffen. Zelt und Angel einpacken und los geht es. Zum Beispiel im Süden des Landes mit Start in Tønsberg gut 100km südlich von Oslo. Im Grunde kann man bis Arendal paddeln, 170km weit. Zwischendurch schlägt man sein Zelt auf, hält die Angel ins Wasser und genießt die Fischlein wie sie frischer nicht sein könnten. Und da man sich im Kajak für gewöhnlich auf leisen Sohlen anschleicht, schlägt dem Glücklichen die besondere Naturstunde. Manchmal tummeln sich die Robben im flachen Wasser. Also Augen auf.

Außer in Oslo, geht Kayaking natürlich auch in anderen Städten wie zum Beispiel in Bergen. Und dann sieht man die Stadt auch einmal vom Wasser aus, wenn nicht gerade mal wieder Regentag ist, das kommt in Bergen ja häufiger vor. 😉 Witterungsmäßig ist es da schon besser in Flekkefjord, der westlichsten Stadt an der Südwestküste Norwegens. Vor allem praktisch, dass man da direkt in der Stadt starten kann und der Grisefjord gleich vor der Tür liegt, windgeschützt, so dass man beim ersten Wellengang als Anfänger nicht gleich untergeht. Ich persönlich finde ja die Sache mit dem Doppelkajak prima, da habe ich wenigstens einen erfahrenen Paddler mit im Boot und die Angelegenheit ist nicht ganz so wacklig.

Ruhig geht es beim Paddeln in der östlichen Provinz Østfold zu. Ok, Seegang gibt es hier eher nicht, dafür erfreut man sich an spiegelglatten Seeoberflächen und gleitet sanft durch die norwegische Wäldernatur. Von kleinen bis großen Gewässern ist hier alles vorhanden und ein Kajak kann man auch gleich an den meisten Seen mieten, nur falls man sein eigenes nicht dabei hat.

Kayaking in Bergen, Copyright: Terje Rakke/Nordic Life - Visitnorway.com

Kayaking in Bergen, Copyright: Terje Rakke/Nordic Life – Visitnorway.com

Ja und auch in punkto Kajak darf man wieder mal die Lofoten nicht vergessen. Hier ist alles drin, Sommer wie Winter. Als Anfängerpaddler halte ich mich lieber in den Schären auf, da ich bei schnellem Wetterwechsel eher die Möglichkeit bevorzuge, irgendwie Land zu erreichen. Und schließlich gibt es auch in den weniger seeumtobten Gewässern genug zu beobachten. Vögel, Felsen, herrliche Lofotennatur. Wer schon Erfahrung auf dem Buckel hat, wagt sich natürlich auf die Westseite am offenen Meer, wo sich auch die Wale tummeln und steile Berge und Klippen das Norwegenherz erfreuen. Und wer denkt, dass Kajaktouren nur was für den Sommer sind: nix da! Winterpaddeln heißt das Zauberwort. Dick eingepackt und im Kajak steckend, trotzt man erstaunlich gut der Kälte. Und wer denkt schon an Kälte, wenn man dafür den verschneiten Lofoten-Inselzauber bekommt.

Reinefjorden, Copyright: CH - Visitnorway.com

Reinefjorden, Copyright: CH – Visitnorway.com

Fazit: auch wer wie ich normalerweise mit Sport, der auf dem Wasser stattfindet, nichts am Hut hat, sollte sich dem Naturerlebnis Kajak hingeben. Also Paddel gezückt und rein ins Vergnügen!