Wenn der Winter Møre og Romsdal überfällt oder wie man auch eine Zwangspause genießt

Ja, es ist doch immer wieder schön wenn man bei der Tourenplanung das Wetter unter den Tisch fallen lässt. Da verschafft einem Norwegen zuweilen einfach mal eine Zwangspause und schneit einen gnadenlos ein. Und das im November! Wo Møre og Romsdal doch sonst erst später mit so reichlich weißer Pracht beglückt wird. Nun ja, am Abend reden wir uns das Ganze noch schön damit, dass es ja wohl nicht die ganze Nacht schneien wird. Nein der Wettergott hat in Norwegen anders geplant. Und über Nacht verwandelt sich die ganze Welt. Die Bäume tragen ein so schweres Schneekleid, dass sie sich auf die Stromleitungen stützen müssen. Kopfkino, wenn eine reißt. Nun ja, sollen wir starten zur nächsten Tour? Wir entscheiden uns einen Tag zu pausieren, morgen ist bestimmt alles weggetaut. Schließlich sagt selbiges auch der Wetterbericht. Blöd nur wenn Wetterbericht und Wettergott sich nicht abgesprochen haben.

Farstad, Copyright: insidenorway

Farstad, Copyright: insidenorway

Immerhin nach Elnesvågen brechen wir auf, denn man kann ja nicht vor dem gähnend leeren Kuhlschrank verharren. Wie schön, dass das temporäre Quartier auf einem Hügel liegt. Wieder mit dem Auto bis zur Haustür kommen und so. Nun ja, es hilft nix. Wir wagen uns also auf die Straßen, obwohl es mehr rutschen als fahren ist. Geräumt? Wozu! Und es schneit weiter. Unaufhörlich! Wie war das noch mit dem Wetterbericht?

Der Weg an sich ist aber zumindest naturmäßig ein Fest. Weihnachtsstimmung kommt auf. Alles still, alles verschneit. Nur ab und zu schleicht sich uns ein Auto auf der Gegenfahrbahn entgegen. Die Seen tragen eine Eisschicht und die Berge haben ihre Gipfel wie in eine dicke Schicht Puderzucker gehüllt. Die Bäume sind kaum zu sehen vor weißer Winterpracht. Und auf halber Strecke ist sogar die Sonne gnädig mit uns und zeigt uns das wahre Winterwonderland.

Elnesvågen, Copyright: insidenorway

Elnesvågen, Copyright: insidenorway

In Elnesvågen müssen wir auch gleich erst einmal eine Fotopause einlegen. Einkäufe? Was war das nochmal? 😉 Die Natur will genossen werden. Wir schlittern also über die eisglatten Straßen und stapfen durch kniehohen Schnee für die besten Fotomomente. Herrlich. Nun ja, die Einkäufe haben wir natürlich noch gemacht und auf dem Rückweg drängt sich die Frage auf, ob wir den Hügel zum Haus mit dem Auto wieder hoch kommen.

Auch beim dritten Anlauf wollen die Reifen einfach nicht greifen. Alles zum Haus hoch schleppen heißt also die Devise. Das Auto bleibt am Fuße des Hügels stehen. Morgen ist ja alles weggetaut. Denken wir noch!

Am nächsten Morgen stellen wir fest, dass wir das mit dem Wegtauen wohl vergessen können. Wo ist das Auto….! Kurzzeitig überlegen wir, ob wir es als vermisst melden sollen, aber irgendwo unter dem Schnee wird es wohl sein. Also antreten zum Ausgraben.

Copyright: insidenorway

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Demnach gibt es heute ne richtige Zwangspause. Bis auf einen Winterspaziergang brennt der Kamin im Dauerbetrieb. Selbst der Kater von meiner Freundin Sabine verzichtet aufs Mäuse jagen draußen und schmust lieber vor der Wärmepumpe. Ist ja auch viel gemütlicher dort. Wir hoffen indeß weiter auf Tauwetter. Morgen. Hoffentlich! Um zur nächsten Tour aufzubrechen! To be continued…… 🙂