Warum es uns gibt

Bis 2013 lebte ich in Deutschland, zu dieser Zeit sozusagen „bewegungsunfähig“, da sich meine damalige Geschäftspartnerin entschieden hatte, die Firmengelder unseres gemeinsamen Unternehmens verschwinden zu lassen. Von heute auf morgen vor dem finanziellen Aus war nicht der Zustand, den ich mir erträumt hatte. Und dann fällt man in diese Lethargie, in der man denkt: wie soll es weiter gehen!

Durch einen Zufall lief mir das Land Norwegen über den Weg. Kurzerhand buchte ich einen Flug nach Oslo. Mein Budget war knapp und fast jeder in meinem Umfeld erklärte mich für verrückt in dieser Situation Geld für einen Norwegen-Aufenthalt auszugeben. Aber ich wollte das Risiko wagen. Ich dachte mir: im schlimmsten Fall wird es ein enttäuschendes Wochenende in einer Stadt, die mir nicht gefällt.

Als ich in der Hauptstadt aus dem Flieger stieg und zum ersten Mal in Oslos Innenstadt herumspazierte, ließ ich mich anstecken von der Gelassenheit der Norweger und vom Flair der Hauptstadt. Oslo hatte es geschafft mich innerhalb von Sekunden zu erobern. Nun wollte ich mehr. Ich kratzte alles Geld zusammen um wieder und wieder nach Oslo zu fliegen, wurde immer vertrauter mit der Stadt und fing an auch die Umgebung von Oslo zu erkunden. Immer schwebte das Budget-Problem über mir, aber auch die immer größere Leidenschaft für das Land Norwegen und der Drang auch den Rest des Landes kennen zu lernen. Das „Norwegen-Gefühl“ hatte mich nicht nur angesteckt, ich wollte es auch unbedingt weitergeben.

Zurück in Deutschland gründete ich mein Unternehmen Insidenorway. Ich wollte zeigen wie oft man Momente „insidenorway“ erlebt, aus denen auch ich Inspiration und Stärke zog. Da ich das Budget-Problem nicht wegdiskutieren konnte, entschied ich mich kurzerhand auszuprobieren, ob es auch in einer Stadt, in der alles relativ teuer ist,  möglich ist, mit wenig Geld auszukommen ohne das Oslo-Erlebnis zu schmälern. Mit dem Oslo-Experiment startete ich in eine Zehn-Tage-Phase, in der ich täglich mit nur umgerechnet dreißig Euro auskommen wollte, inklusive Besichtigungen, Fahrkarten und Essen auswärts. Und siehe da: es ging. Und es schmälerte die Erlebnisse des Tages nicht im Geringsten. Im Gegenteil: ich durchlebte eine vollkommene Wandlung insofern, dass ich alles zu schätzen lernte, was mir in Deutschland in meinem Konsumleben als schätzenswert abhanden gekommen war, nämlich das, was überhaupt kein Geld kostet. Den Sonnenuntergang, der den Stadtteil Akerbrygge in goldenes Licht taucht, den Blick auf Oslo vom Holmenkollen, die Idylle der Inseln im Oslofjord und noch viele Insidenorway-Momente mehr. Inzwischen gebe ich diese Momente bei meinen eigenen Stadtführungen in meiner auserkorenen Wahlheimat Oslo weiter. Und auch im übrigen Norwegen, wo ich regelmäßig als Reiseleiterin auf der Hurtigrute unterwegs bin, werde ich nicht müde die Gäste zu animieren ihren Insidenorway-Moment wahr zu nehmen.

Heute kann ich sagen: JEDER Norwegenreisende hat SEINEN Insidenorway-Moment, in dem er sich emotional verbunden fühlt, mit der Landschaft, mit einer der vielen wunderschönen Städte in Norwegen, während einer Outdoor-Aktivität oder an Deck eines Hurtigrutenschiffes. Wer SEINEN Insidenorway-Moment findet, vergisst ihn sein Leben lang nicht. Was ist Dein Insidenorway-Moment?

#yourmomentinsidenorway

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Norwegischer Nationalfeiertag auf der MS Finnmarken

5 Gedanken zu “Warum es uns gibt

  1. ich war im letzten September mit meinem Mann 1 Woche in Oslo. Wir haben die Stadt von allen Seiten genossen. Den Fjord. die vielen Sehenswürdikeiten und auch die kleinen Inseln
    Wir unternehmen viele Städtereisen, jedoch in Oslo war eine ganz besondere Stimmung und eine
    besondere Vielfalt. Man möchte immer wieder dorthin.

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  2. Hallo Alexandra,
    es liest sich sehr schön….Wenn Alles klappt fahre ich mit meinen Kids
    diesen Sommer nach Norwegen. Wir wollen mit der Fähre nach Oslo,
    um auch den Oslofjord zu sehen. Und wenn ich deinen Beitrag so lese,
    lohnt es sich auch Oslo zu besuchen und nicht direkt weiter in die Wildnis zu fahren.
    VG Andrea

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  3. Hallo Alex,

    sind nun mal gerade 3 Stunden von unserer gemeinsamen Tour zu Hause und haben uns gerade
    Deinen tollen Film angeschaut und in Erinnerungen geschwelgt. Der Film ist ja super geworden.
    Takk für diese tolle Reise.Ihr wart ein Superteam!!

    Ilse und Bernd 😍😍😚😙
    (Kabine 610)

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