In der Mitte bitte! Wo der Lachs wohnt und ein Loch im Berg ist: Brønnøysund !

Das kleine Städtchen Brønnøysund hat es sich so ziemlich auf der Mitte der norwegischen Küstenlinie bequem gemacht, wenn man von Norden nach Süden reist oder umgekehrt. Nun ja, der Ort ist vielleicht nicht der Nabel der Welt, dafür hält er aber eine der schönsten Umgebungen bereit: die Region Helgeland. Von Norden kommend passiert man das Vega-Archipel, wo sich die Eiderenten tummeln und nach Süden winkt der Torghatten, der sein Loch im Bauch präsentiert. Wer außerdem wissen möchte, wie der fabelhafte Lachs auf den Teller kommt, kann zusätzlich noch auf einer Lachsfarm vorbei schauen, übrigens die einzige, wo man auch als Nicht-Lachs Zutritt hat.

Dabei ist mir absolut klar, dass man sich im Landschaftsszenario der Helgeland-Saga als Lachs nur wohlfühlen kann, schließlich gehört die Region zu den schönsten in Norwegen. Auch wenn die Fischlein dort als Zuchtlachs ihr Dasein fristen, erwartet sie die gleiche Lebenszeitspanne wie in der freien Natur. Ok, vielleicht mit räumlichen Einschränkungen. Ja und ich gebe zu auch wenn ich weiß, dass der arme Fisch den Lachstod sterben muss um ihn verspeisen zu können, schmeckt er einfach wunderbar, wenn er aus dem Becken gefischt wird und auf dem Grill gart. Die Lachskostprobe, die einem in der Lachszuchtanlage hier gereicht wird, macht definitiv Lust auf mehr.

Copyright: insidenorway

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Brønnøysund selbst ist hübsch anzuschauen mit seiner neu gemachten Promenade und der niedlichen Kirche, aber natürlich ist das Highlight der Torghatten, den man bei gutem Wetter vom Ort aus sehen kann. Vor allem, wenn er im goldenen Abendlicht leuchtet allerliebst.

Deshalb sollte man sich auch unbedingt nicht nur darauf beschränken, das besagte Loch im Berg von außen zu betrachten, sondern man sollte sich auch einmal aufschwingen aus seinem Loch heraus zu schauen. Glücklicherweise auch wieder mal für Fitness-Muffel wie mich leicht zu schaffen. Der Rundweg zählt gerade mal vier Kilometer und stellt auch an Füße und Schuhe keine großen Ansprüche. Also Highheels geeignet ist er nicht, aber das mit dem Geröll, das man ja so gerne auf Wanderruten in Norwegen antrifft, hält sich in Grenzen. Man geht also gemütlich los, zuerst durch Gras- und Sträucherherrlichkeit, später gibt es mehr Steine auf dem Weg, ja so ganz ohne Geröll geht es eben doch nicht. Da man aber nur auf gemütliche 150m ansteigt kann man Rutschfreuden genüßlich entsagen. Nur zwanzig Minuten dauert es bis man den Blick aus dem Loch heraus auf die Schärenlandschaft genießen darf. Es ist übrigens riesig und man könnte ein ganzes Schiff bequem hindurchschieben. Erstaunlich, denn wenn man von Weitem auf den Torghatten blickt, kommt es einem weitaus kleiner vor. Aber das liegt wohl daran, dass Berge gemeinhin die Eigenschaft haben, eine größere Masse Felsgestein in sich zu vereinen und das menschliche Auge ist ja bekanntlich nicht das beste Messgerät.

Copyright: Magnar Solbakk / www.visithelgeland.com / Brønnøy

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Wenn man sich vom Anblick der Schärenlandschaft losgerissen hat, genießt man die Wiesenlandschaft, die man auf dem Rückweg passiert. Norwegenidyll wie es hübscher nicht sein könnte. Wer sich am Nachmittag zur Wanderung aufgemacht hat, sieht außerdem noch das südgehende Schiff der Hurtigrute vorbei fahren.

Eines meiner persönlichen Highlights winkt bei Sonnenuntergang. Das aber wiederum nur, wenn man aus einiger Entfernung auf den Torghatten blickt. Dann hat man vielleicht das Glück, dass die Sonne genau hinter dem Berg untergeht und ihre Strahlen gleißend durch das Loch scheinen. So als wolle der Torghatten den Stern einfangen und mit aller Kraft festhalten. Aber nach wenigen Minuten ist die Sonne ihm schon wieder entglitten.

Fazit: in der Umgebung von Brønnøysund sollte man ein paar Tage verweilen, entschleunigen, Norwegen genießen. Und vielleicht sieht man dann auch die Gestalten der Helgeland-Saga über den Himmel reiten, aber nur vielleicht.😉

Sonne: aus, Mond: an oder – die Polarnacht steht in den Startlöchern !

Eben noch haben wir die Nächte durchgemacht, weil die Mitternachtssonne einen bis ultimo auf den Beinen hält, und schon naht wieder die Winterdunkelheit. Ja ja, dieses Vorurteil, dass Norwegen kalt und dunkel ist, kann man zumindest im Winter nicht ganz von der Hand weisen. Während Spitsbergen sich schon Anfang November der Dunkelheit ergeben musste, tickt in Honningsvåg noch die Uhr zum Showdown. Ich finde, dass es immer etwas endzeitliches hat, wenn wir kurz davor sind in die Polarnacht eintauchen. Jeden Tag bleibt die Sonne zwanzig Minuten länger in ihrem Versteck, der letzte Tag ist kaum länger als man gucken kann. 22 Minuten und tschüß. Regelmäßig überlege ich, wie es so ist, wenn man wochenlang darauf wartet, dass sich am Himmel wieder etwas tut, denn ich halte mich für gewöhnlich nur eine knappe Woche in Nordnorwegen auf, wenn es heißt: Licht ausgeknipst. Bei uns in Oslo sind die Tage im Winter zwar auch ziemlich kurz, aber immerhin, es gibt sie noch.

Copyright: Tommy Andreassen / www.nordnorge.com / Vestvågøy

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 Ja, wie isses denn nun während der Polarnacht? Das, was an ihr einfach fantastisch ist, sind die Nordlichter. Natürlich tanzen sie übers ganze Jahr am Himmel, aber um sie sehen zu können, ist Sonnenlicht nicht unbedingt hilfreich. Während der Polarnacht kann man sie also uneingeschränkt genießen, egal zu welcher Uhrzeit sie sich zeigen, ohne dass sie von der Sonne überstrahlt werden. Das funktioniert nicht nur in der Natur, sondern auch in den Städten. Ok, man sollte sich hierzu nicht unbedingt inmitten der beleuchteten Fußgängerzone aufhalten. Blick von außen auf Städte, über denen die Nordlichter toben, funktioniert am besten. Ganz nebenbei lernt man dadurch auch zu schätzen, was einen so nach der Nordlichtjagd wieder aufwärmt: heiße Duschen, heiße Tees, brennende Kamine und Kuscheldecken.

Polarnacht in Hammerfest, Copyright: insidenorway

Polarnacht in Hammerfest, Copyright: insidenorway

Überhaupt ist die Polarnacht die Zeit zum runterfahren. Kein Wunder, denn die Sonne fehlt eben auch dem Körper. Regelmäßig habe ich während der Polarnacht schon um 14 Uhr nachmittags das Gefühl: Zeit zum Schlafen gehen. Das ist vor allem an den Tagen so, an denen noch nicht mal ein Hauch von Dämmerung über den Horizont kriecht. Eben dann, wenn der Himmel sich in ein dichtes Wolkenkleid hüllt. Ganz anders kommt die Polarnacht daher, wenn sternenklares Wetter herrscht. Dann gibt es wenigstens einen Hauch von Tag, einige Stunden dämmert es und man meint, gleich müsse die Sonne über den Horizont gucken. Aber sie ziert sich und verschwindet wieder ins Dunkel.

Manche Städte gefallen mir ja in der Polarnacht am besten. Tromsø zum Beispiel, dass ich anfangs nur in der Dunkelheit kannte, eingehüllt von Schnee, die Eismeerkathedrale zauberhaft angeleuchtet am Ende der Tromsøbrücke thronend. Tromsøs Beinamen „Tor zum Eismeer“ kann man erst dann so richtig fühlen. Genauso geht es mir mit Hammerfest. Ich finde es einfach zauberhaft, wenn man hoch über der Stadt steht und auf die erleuchteten Häuser und die  schneebedeckten Berge blickt.

Copyright: Shigeru Ohki / www.nordnorge.com / Tromsø

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Beim Nordkapp geht es mir ähnlich. Nicht, dass es im Sommer nicht auch zauberhaft ist, aber im Winter darf man sich hier so richtig der Natur stellen. Von der Nordkappinsel Magerøya sieht man natürlich nicht viel, es sei denn Mond, Schnee und sternenklar haben sich überlegt zu einer zaghaften Beleuchtung zusammen zu finden. Am beleuchteten Globus kämpft man mit dem Wind und der Kälte und freut sich darüber, dass man sich entgegen der Polarforscher jederzeit in die warme Nordkapphalle begeben kann. Amundsen und Co. mussten das an andere Stelle über Monate aushalten, fern jeder warmen Dusche.

Fazit: die Polarnacht sollte sich jeder einmal gönnen, es müssen ja nicht gleich volle drei Monate sein. Wer es tut weiß wie es ist das Sonnenlicht zu schätzen. Wenn es wieder kommt. Im Frühjahr.🙂

Buffet auf dem Wasser oder: wo der Seeadler vor die Linse flattert !

Also den König der Lüfte sieht man ja gelegentlich immer einmal wenn man sich in Norwegen aufhält. Gerne fliegt er außer Reichweite des Teleobjektivs oder ist so schnell wieder verschwunden, dass man nur noch den Schwanzfedern hinterher schauen kann. Ich bin ja ein besondeer Experte dafür, dass meine Kamera immer dann, wenn ein Seeadler in der Nähe auftaucht, hübsch drapiert zuhause liegt. Zeit also für eine Seeadlersafari. Da kommt man nah an die Vögelchen ran und hofft, sie in Nahaufnahme aufs Bild zu bannen.

Start im Raftsund. Ok, der Raftsund an sich ist ja schon ein Naturhighlight, Lofoten und Vesterålen gleich nebenan. Mit dem Boot fahren wir zunächst ein bißchen herum, natürlich mit reichlich Fisch an Bord. Der Seeadler an sich ist schließlich anspruchsvoll und hält nicht viel davon einfach so nah ans Boot heran zu fliegen. Der erste kreist zügig über uns, ist sich aber nicht sicher, ob wir auch entsprechende Leckereien dabei haben. Also fliegt er erstmal genüßlich ein paar Runden in Beobachtungsposition. Kaum ist die Kiste mit dem Fisch offen und verströmt ihr unverwechselbares „Eau de Kabeljeau“ herrscht gleich reger Vogelbetrieb. Mr. Seeadler bleibt erst mal auf Beobachtungsposten und lässt den Scharen von Möwen zunächst den Vortritt. Schließlich stehen Seevögel auch auf Seaadlers Speisekarte. Abwarten und kreisen heißt also die Devise.

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Also konzentriere ich mich fototechnisch erst einmal auf die Möwenschar. Ich persönlich liebe ja Möwen und da sie für gewöhnlich bei mir in Oslo gerne wegspazieren, wenn man sich ihnen nähert und auch überall sonnst zügig vorbei fliegen, gleiten sie heute neben unserem Boot. Wie zum Shooting bestellt sozusagen. Ich begebe mich also so ziemlich in die Schußlinie für alles, was Vogel so fallen lässt. Schließlich will man ja gute Fotos machen. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass es nach nicht mal fünf Minuten ein hübsches „platsch“ macht und meine Hose ein noch hübscheres Muster zeigt. Also schönreden, denn Vogelmist bringt ja für gewöhnlich Glück.😀

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Inzwischen haben sich mehrere Seeadler in der Luft versammelt. Das Buffet ist dann doch zu reichhaltig, als dass man es links liegen lassen könnte. Und wir halten die Kamera gezückt. Den Möwen wird es zu heiß und sie verziehen sich eine Weile, denn schließlich will keine in den Klauen der Adler landen. Wir werfen also Fisch ins Wasser und einen nach dem anderen greifen die Seeadler blitzschnell hinaus, so dass man mit der Kamera kaum folgen kann. Man freut sich über Schwanzfederbilderbilder oder solche, wo nur noch ein Hauch von Adler durchs Bild huscht. Derjenige mit der größten Speicherkarte ist der Glückspilz. Denn unter den gut 300 Bildern, die ich auf der Tour mache, ist dann doch der ein oder andere Schuß dabei, der den König der Lüfte in seiner vollen Schönheit zeigt. Allesamt haben sie braune Federn am Kopf, wir haben also die Kinderstube der Familie Seeadler angetroffen. Die „Alten“ sitzen wahrscheinlich irgendwo und warten auf den Jagdbericht der Kinder.

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Nach gut zwei Stunden fahren wir zurück Richtung Svolvær. Zeit um noch einmal die herrliche Landschaft zu genießen. Die schroffen Felsen der Lofoten begeistern mich einfach immer wieder. Auch das Wetter ist uns hold und taucht die Natur in wunderbar warmes Licht. Einfach überwältigend. Svolvær erwartet uns im Sonnenuntergang und wir genießen die Einfahrt in den Hafen, wo ein Fischreiher sich im Abendlicht sonnt. Nach dieser Tour lässt sich ein Bierchen im „Anker“ gleich nochmal so gut genießen.

Fazit: diese Seeadlersafari war nicht meine letzte. Den König der Lüfte will ich wieder sehen. Irgendwo. In Norwegen.🙂

Feuerwerk der Farben – Herbst auf der Hurtigrute !

Schon wieder ging die Tour schneller rum, als man gucken konnte. Die MS Trollfjord brachte uns bis zum Nordrand Europas und zurück, inklusive aller Wetterlagen, Nordlichter und Herbstfarbenfeuerwerk. Auch dieses mal haben bei allen die Kameras geglüht und jeder hat die sagenhafte Landschaft voll ausgekostet. 🙂

Mountain-Road-Glück auf siebzig Kilometern – der Aursjøvegen !

Zeit für eine neue Tour durch meine Lieblingsprovinz Møre og Romsdal und die Erkundung des Aursjøvegen. Immerhin soll die Straße zu den schönsten gehören. Und da der Norweger an sich ja gerne mal seine Bergstraßen im Winter schließt, war es höchste Zeit hier vorbei zu schauen.

Wir starten also Richtung Sunndalsøra. Wetter: na ja. Aber wer lässt sich von ein bißchen Nieselregen abhalten, wenn man schon die ganze Woche auf besseres Wetter gewartet hat und die norwegische Wetterwelt bekanntlich die schönsten Überraschungen bereithält. Erste Station: Der See unweit der Schranke, an der der Aursjøvegen beginnt. Ja und das Wetter hält wirklich Stimmungsfeuerwerk bereit. Die Wolken hängen tief in den Bergen, die vermosten Steine leuchten in grün und die Ruhe zwingt einen zur Rast. Herrlich. Die Haltepunkte müssen wir uns suchen, norwegische Traumstrecken haben gerne die Eigenschaft, dass man an den besten Fotomotiven nicht halten kann. Aber heute haben wir Glück, kein Mensch außer uns in Sicht. Also genießen wir erst mal die Ruhe hier.

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Nach einiger Zeit reißen wir uns von dem gemäldegleichen Anblick los, denn uns schwant, dass sich 74km Strecke auf zehn Stunden ausweiten könnten. Was sie dann aufgrund zahlreicher Wir-genießen-den-Ausblick-Momente auch tun. Weiter geht es den Berg hinauf. Derjenige, der nicht schwindelfrei ist, erfreut sich an den fehlenden Leitplanken und der Möglichkeit einen Freiflug mit dem Auto hinzulegen. Das ein odere andere mal halten wir bei Gegenverkehr auf der schmalen Straße an, schließlich wollen wir ja auch noch den Rest der Straße sehen. Und spätestens beim Blick von oben ins Tal wissen wir warum wir Regenwolken einfach fabelhaft finden. Vor allem dann wenn sie sich mit der Sonne zusammenraufen und einen Regenbogen über das Tal spannen. Hier sind wir quasi wieder mal im Norwegenhimmel.

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Aber es geht natürlich noch weiter. Über die Baumgrenze hinaus bis auf 900 Höhenmeter. Schön, wenn man auch mal mit dem Auto die Wolkendecke durchbrechen kann und dafür kein Flugzeug braucht.😉 Allerdings sind wir uns noch nicht sicher, ob das Fahren bei null Sicht zu unserem bevorzugten Szenario gehört. Immerhin führt die Straße auf diesem Streckenabschnitt nicht mehr am Abgrund entlang, sondern schlängelt sich über die Hochebene. Zeit um wieder mal zu halten. Schon allein deshalb, weil es sich hier Krähenbeeren äußerst gemütlich gemacht haben. Also Eimer zücken und pflücken. Das ein oder andere Auto, das vorbei kommt, ist angefüllt mit Fragezeichen darüber, was wir wohl da in vorteilhafter gebückter Haltung in feuchter Kälte aufklauben. 😀

Da uns nach zwanzig Minuten unsere kalten Finger zum aufhören gemahnen, machen wir uns auf, die Höhe, auf der wir uns befinden , wieder nach unten zu korrigieren. Also wieder durch die Wolkendecke. Und flugs kommen auch die Bäume wieder. Leider damit auch das Thema: fahren am Abgrund.😀 Nach einer Weile müssen wir wieder mal halten. Talblick deluxe. Diesmal ins Eikesdal.

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Schon jetzt wissen wir: der Aursjøvegen war nicht zum letzten mal unser Ziel. Das Bonbon bekommen wir zum Schluss. Auf dem Weg zurück nach Farstad fahren wir am Eresfjord entlang. Der Sonne-Wolken-Mix hat sich auch hier gehalten und lässt die Sonne spektakulär den Weg zum Wasserspiegel suchen. Glücklicherweise gibt es einen Haltepunkt, nachdem wir ob der Aussicht und mangelnder Haltemöglichkeit schier in Verzweiflung verfallen. Doch Odin ist gnädig und wirft einem doch immer wieder den obligatorischen Fotostopp hin.

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Fazit: der Aursjøvegen ist ein Muss! Für dieses Jahr ist zwar erst einmal Schluss, denn der Winter steht schon in den Startlöchern, heißt: Schranke runter und auf den nächsten Frühling warten. Aber dann sollte man fahren, am Abgrund, durch die Wolken.❤

Facettenreiches Norwegen auf der Hurtigrute !

Die Septemberreise hatte wirklich alles zu bieten, was eine unvergessliche Tour ausmacht. Von sommerlichen Temperaturen bis Sturm war alles dabei. Die Nordlichter haben uns gleich viermal beglückt. Und so kamen wir zurück, randvoll mit Erlebnissen.❤

Buchen kann man bei uns übrigens auch.🙂

Das erste mal oder: wie ein Kayak süchtig machen kann!

Kayaking wollte ich ja schon immer mal ausprobieren. Bisher hatte ich jedoch eher die Vorstellung von umkippen und aus dem Wasser gefischt werden statt elegant durchs Wasser gleiten. Jedenfalls bei meiner eingeschränkten Begabung für alles Sportliche. Aber da es ja bekanntlich auch gemäßigte Gewässer gibt, fand ich, dass es an der Zeit war, sich ans Paddel zu wagen.

Erster Halt: Trondheim. Nun ja, der geübte Wildwasserfahrer wird wahrscheinlich leise in sich hineinlächeln, aber man muss ja beim ersten mal nicht gleich den Ehrgeiz für olympisches Gold entwickeln. Ich fahre also raus aus Trondheim den Fluss Nidelva hoch. Einmal paddeln durch die Stadt finde ich für den ersten Versuch angemessen. Außerdem sehe ich da Trondheim gleich mal aus einer anderen Perspektive. Ok, Kanalhafen und Nidarosdom verändern sich nicht wirklich wesentlich, aber auf dem Wasser sitzend hat es eben doch eine andere Atmosphäre.

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Also Schwimmweste an und rein ins Kayak. Die spätsommerlich warmen Temperaturen sind uns wohl gesonnen. Gut, dass wir zu zweit drin sitzen, so hab ich wenigstens jemand mit im Boot, der in der Lage ist, irgendwie geradeaus zu paddeln. Los geht´s und zu meinem Erstaunen: Das Ding liegt doch erstaunlich stabil im Wasser. Ok, ich verzichte auf den Schaukeltest, schließlich will ich erst mal in punkto Koordination der Paddel glänzen, damit wir nicht in Schlangenlinien über den Nidelva straucheln. Doch es geht. Es geht sogar erstaunlich gut. Und so gleiten wir sanft übers Wasser. Schon bald ist der Nidarosdom in Sicht, wir paddeln unter der alten Brücke hindurch, weiter zum Kanalhafen. Herrlich. Da die Sonne sich ins Zeug legt, hat so ziemlich jeder Norweger hier sein Boot rausgeholt und dieselt kreuz und quer mit uns. In Ravenkloa ist schließlich Schluss, meine Oberarme sind sehr dankbar, aber meine Sucht ist entfacht.

Also auf zur zweiten Tour ein paar Tage später in Tromsø. Ok, die Temperaturen sind hier jetzt schon strammer, vor allem die des Wassers. Keine Trondheimbadetemperaturherrlichkeit mehr, sondern Eismeerfeeling. Deshalb heißt es diesmal auch nicht paddeln ohne alles, sondern hübsch verpackt. Als Hitzeknubbel schmeiße ich zwar die Regenjacke ziemlich zügig von mir, aber für den Spritzschutz für die Beine bin ich äußerst dankbar. Die Vorstellung mit klitschnasser 8-Grad-Hose im Kayak zu sitzen ist dann doch nicht mein Favorit.

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Copyright: insidenorway

Von Tromsø aus fahren wir nach Kvaløya und starten von dort zu drei Stunden Paddelvergnügen. Das eiskalte Wasser ist glasklar, unter uns tummelt sich Fisch, Qualle und Alge in trauter Gemeinschaft. Dazu die traumhafte Bergkulisse der Insel. Ich könnte stundenlang über das Wasser gleiten. Jetzt, wo das Rausfallangstproblem passé ist, kann man sich auch auf gleichmäßiges paddeln konzentrieren. Erstaunlich wie viel Wasser man doch zu zweit wegbewegt und mit der Zeit erreicht man doch eine stattliche Geschwindigkeit. Die Angler würden uns am liebsten killen, weil wir ihnen das Frischfischabendessen so ziemlich versauen. Nun ja, die Fische haben uns dafür in ihr Abendgebet eingeschlossen.

Am Ende der Tour bin ich dann aufgrund der frischen Temperatur doch sehr dankbar für heißen Kaffee und Kekse.

Auf jeden Fall steht fest: das war nicht meine letzte Kayaktour. Ab sofort bin ich dem Kayaking verfallen. Auf den Lofoten will ich es wieder tun. Im Kayak. Ohne umzufallen.

Wer in Tromsø gleich loslegen will, findet alle Information auf www.villmarkssenter.no

Wo ein Nationalkuchen geboren wurde oder: die Vesteråleninsel Hinnøya !

Ok auf den Vesterålen kann man sich unendlich austoben, was Ausflüge in die Natur betrifft. Da ich auf selbiger Inselgruppe bislang noch nicht soviel unterwegs war, habe ich mal mit der Tour von Harstad nach Sortland angefangen. Irgendwo muss man ja beginnen. Damit bewege ich mich auf Hinnøya,  der nicht nur größten Insel der  Vesterålen,  sondern von Norwegen überhaupt. Also wenn man Spitzbergen mal außen vor lässt. Die Insel schmiegt sich nur durch den Raftsund getrennt an die benachbarten Lofoten und kommt mit zwei Fjorden daher, die die Insel nahezu teilen. Im Norden hat sich der Gullesfjord in das Eiland gegraben und im Süden hat es sich der Øksfjord bequem gemacht.

Heute werde ich die Fjordlandschaft im Norden von Hinnøya erkunden, Start in Harstad, mit gut 24.000 Einwohnern die größte Stadt auf der Insel. Lauschig, norwegisch, Holzhausgeprägt. Kaum ist man aus Harstad raus, winkt die Alte Kirche von Trondenes. Von außen zwar kein Prachtbau, aber immerhin die älteste mittelalterliche Steinkirche Nordnorwegens. Und Mittelalterfeeling kommt dort auch auf. Die Sonne scheint durch die alten Bäume des angrenzenden Friedhofs, vor allem in den frühen Morgenstunden zauberhaft. Von dort blickt man auf den Vågsfjord, der eigentlich kein Fjord, sondern nur eine Meerenge ist, Gräber mit Meerblick sozusagen.😉 Man sollte unbedingt auch den Blick IN die Kirche werfen, da sie mit prachtvoller Ausstattung daher kommt. Ja, nicht jedem sieht man eben die inneren Werte an.😀

Am frühen Morgen fährt hier auch die südgehende Hurtigrute vorbei. Wenn das Schiffchen passiert, erscheint  es fast wie ein Scherenschnitt vor den Bergen am anderen Ufer und dem glänzenden Wasser des Vågsfjords.

Die MS Nordlys der Hurtigrute passiert die Kirche von Trondenes, Copyright: insidenorway

Die MS Nordlys der Hurtigrute passiert die Kirche von Trondenes, Copyright: insidenorway

Weiter geht es Richtung Gullesfjord. Bevor man den erreicht, liegt der Kvæfjord auf dem Weg und natürlich gleichnamige Ortschaft. Die Norweger nennen ja bekanntlich gerne Ortschaften wie ihre Fjorde. Moment, da war doch was anderes.  Wer je an Festtagen in Norwegen geweilt hat, ist ihm schon einmal begegnet: dem Kvæfjord kake. Eine findige alte Dame hat ihn sich ausgedacht und meinte, dass Baiser und Vanillecreme am besten geeignet sind um das Fasten zu brechen. Wie recht sie hat! Ich schlecke mir regelmäßig die Finger nach dieser Köstlichkeit. Dass die süße Sünde 2002 in den Adelsstand des Nationalkuchens erhoben wurde, gibt ihm bis heute einen Platz auf jeder Festtafel. Köstlich!❤

 Zurück zu gleichnamigem Fjord. Ganz schön  breit ist er, zumindest bevor er nach Osten abbiegt und er sich in ein engeres Tal zwängen muss. Aber auch wo er noch mächtig strömen darf, fängt er ein mit seiner Ruhe. Überhaupt ist die Landschaft hier auf Hinnøya weich im Gegensatz zu den Lofoten, aber die müssen sich ja mit ihren Felsen auch gegen die rauhe Atlantikwitterung behaupten. Die Vesterålen kommen sanfter daher und nehmen sich klimatisch noch tüchtig was vom Golfstrom mit.

Kvæfjord, Copyright: insidenorway

Kvæfjord, Copyright: insidenorway

Sanft geht es auch weiter im Gullesfjord. Die umliegenden Gipfel rahmen das Wasser ein, die Sommerblumen haben sich mit bunten Farben geschmückt. Postkartenidyll. Und der Fjord hat einen Bewohner. Einen ziemlich mächtigen sogar. Aktuell ist er zwar bewegungsunfähig, aber seine Anwesenheit kann man nicht leugnen. Auf dem Gipfel des Bergkamms wurde ein Troll von der Sonne überrascht und da Trolle ja bei Tageslicht nunmal zu Stein erstarren, liegt er gemütlich mit dem Gesicht nach oben am Rande des Fjords. Stirn, Nase und Kinn sind unschwer zu erkennen. Also Vorsicht, wer sich hier nachts bewegt.😉

Der liegende Troll, Copyright: insidenorway

Der liegende Troll (Bildmitte), Copyright: insidenorway

Obwohl man hier Stunden verbringen könnte fahren wir weiter, noch ein Stück am Gullesfjord entlang und setzen dann mit der Fähre ans andere Ufer über, Kurs Sortland, das bereits auf der benachbarten Insel, Langøya, liegt. Sortland ist die „blaue Stadt“, wobei mit „blau“ ein konsequentes Kunstprojekt gemeint ist, indem ein Großteil der Häuser blau gestrichen wird.

Den Sortlandsund, den man passieren muss, kann man bequem per Brücke überqueren. Und hier trifft man auch das südgehende Schiff der Hurtigrute wieder. Gegen Mittag fährt es unter der Sortlandbrücke hindurch und wer sich zu diesem Zeitpunkt auf der Brücke befindet, kann den Passagieren auf den Kopf spucken.😉

Die MS Nordlys der Hurtigrute passiert die Sortland Brücke, Copyright: insidenorway

Die MS Nordlys der Hurtigrute passiert die Sortland Brücke, Copyright: insidenorway

Alles in allem: nachdem man einnmal an den Vesterålen genippt hat, will man das ganze Glas austrinken. Wer mir in der Zukunft also Kvæfjord kake serviert, gemahnt mich, bald wieder zu kommen und die anderen Inseln zu entdecken. Und das ganz kalorienfrei!😉

Von Kjøllefjord nach Mehamn oder: das Paradies der Sami !

Ja, schon wieder unterwegs ganz im Norden. Diesmal zu den Sami. Und die leben ja bekanntlich im Norden. Von Kjøllefjord aus machen wir uns auf zu ihnen und wissen nicht, was uns erwartet. Wieder geht es durch die Tundra, dorthin, wo des Rentiers Paradies ist. Die Herden sind hier teildomestiziert und die Sami wissen welche Tiere zu ihrer Herde gehören. Groß sind sie, die Herden, denn das Rentiergeschäft ist nicht mehr das, was es mal war. „Bloß nicht fragen wieviele Rentiere ein Sami besitzt“ wurde mir gleich eingebleut. Das ist ungefähr vergleichbar damit seinen Kontostand offen zu legen.

Eilo und seine Frau erwarten uns schon und beide tragen ihre traditionelle Tracht, die an Farbe nicht mehr strahlen könnte. Meine Fähigkeit auf samisch zu kommunizieren beschränkt sich auf „puorre päiwi“, was soviel wie „Guten Tag“ heißt.  Von der samischen Sprache werde ich später noch mehr hören.  Wir betreten das  Lavuu, das traditionelle Zelt der Sami und obwohl es draußen heute mehr als kühl ist, ist es drinnen mollig warm.  Da das Lavuu Wohnzimmer, Schlafzimmer und Küche in einem ist, platziert man das Feuer eben in die Mitte. Da wärmt es nicht nur das Essen, sondern auch  die Bewohner. Und ja, es ist erstaunlich warm hier drin. Damit wir auch von innen gewärmt werden, gibt es zur Begrüßung gleich eine Rentierbrühe. Heiß ist sie, nach Rentier riecht sie, lecker ist sie.

Copyright: insidenorway

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Klar, dass die Sami das Geschirr, in dem serviert wird, selbst herstellen. Überhaupt verwenden sie über das Fleisch hinaus alles vom Rentier um daraus Alltagsgegenstände zu machen. Das Fell bildet natürlich einen Großteil ihrer Winterkleidung und Eilo zeigt uns ein paar Stücke. Wer jemals ein Rentiercape übergestreift hat, versteht, dass Rentiere nicht frieren. Hier im Lavuu verfällt man innerhalb von zwei Minuten in Schweißausbrüche. Kein Wunder also, dass mit Rentierschuhen kalte Füße passé sind.

Während wir noch unser Süppchen schlürfen, erzählt Eilos Frau vom Leben der Sami, ihren Gewohnheiten und ihrer Tradition. Und natürlich bekommen wir eine Kostprobe der samischen Sprache. Dabei scheitern wir schon an den Zahlen von eins bis zehn, zu anders sind die Wörter für das mitteleuropäische Ohr. (Und ich dachte, nur norwegische Dialekte zu verstehn sei schwer!) Und wo man so gemütlich ums Feuer sitzt, erfreut uns Eilo mit dem Joik, dem traditionellen Gesang der Sami. Sie besingen so Tiere, Menschen und Naturphänomene und fühlen sich dem Besungenen so nah. Wunderschön.

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Draußen stehen natürlich die Rentiere. Sie weiden genüßlich das Moos ab und lassen sich sogar von uns füttern. Rentierglück. Zutraulich sind sie nicht gerade, aber schließlich sind sie ja auch nur HALB domestiziert. Und wer lässt sich schon gerne von Fremden streicheln.😉 Lässt es eines der Tierchen aber dann doch mal zu, erfreut man sich an ihren herrlich weichen Schnuten und dem warmen Atem.

Ob wir es aber zum Rentierhalter bringen können, dürfen wir gleich testen. Üblicherweise werden sie mit dem Lasso eingefangen und wir dürfen mal probieren. Damit wir keins der Tiere aus Versehen in den Rentierhimmel befördern, hat Eilo sozusagen ein Übungsrentier aufgestellt. Geweih auf Pfahl erscheint mir anfängerfreundlich, zumal dieses „Rentier“ brav stehen bleibt, wenn man versucht es mit dem Lasso einzufangen. Eilo zeigt uns wie man das Lasso hält und wirft. Sieht eigentlich ganz einfach aus. Nach zwanzig Versuchen gebe ich auf, beobachtet von den Rentieren auf der Koppel, die wahrscheinlich gerade denken: „Glück für uns!“😉

Nach gut zwei Stunden in der Welt der Sami fahren wir weiter Richtung Mehamn, wo unser Ausflug für dieses mal endet. Eilo hat uns mit seinem Joik ein Stück mitgenommen, in die Natur, in seine Welt, in seine Tradition. Das macht Lust auf mehr!🙂

Schöner wohnen für Vögel oder: am Gjesværstappan is was los…. !

Also früher war ich ja mehr so der Städtefreak. Ein Fünf-Millionen-Einwohnerland hat mich eines besseren belehrt. Gelernter Naturliebhaber. Auf dem wiederholten Weg zum Nordkapp war es jetzt aber mal Zeit, gut fünfzehn Kilometer vor dem Globusplateau links abzubiegen. Schließlich liegt da Gjesvær, des Vogels Paradiesfleckchen.

Ich fahre also bis zu dem kleinen Fischerdörfchen. Die Stockfische empfangen mich am Pier mit Intensivparfum. Schmusig liegt Gjesvær hier am Nordrand Europas, von den ehemals 350 Einwohnern sind allerdings nur noch 130 übrig geblieben. Trotzdem genieße ich die Norwegen-Idylle und das Boot, das uns raus zum Gjesværstappan bringt, wartet auch schon.

Gjesvær, Copyright: insidenorway

Gjesvær, Copyright: insidenorway

Fünfzehn Minuten dauert die Fahrt bis zum Gjesværstappan. Man glaubt kaum, dass man hier so weit im Norden ist. Von der Barentssee bin ich ja wellentechnisch einiges gewohnt, aber netterweise hindern die vorgelagerten Inseln das europäische Nordmeer daran temperamentvoll nach Gjesvær zu schäumen. Die Fischer danken es heute und selbst die Wikinger fischten hier einst die ein oder andere Mahlzeit aus dem Wasser.

Bereits vom Fischerdörfchen aus ist das Vogelparadies zu sehen. Die Inselchen liegen erhaben dort und wir schaukeln ihnen entgegen. Am Bug drängelt es sich, schließlich will jeder die besten Ausblicke auf die größte Seevögelkolonie des Landes erhaschen. Die Gefiederten müssen sich fast wie Promis vorkommen. Schon wieder ein Boot, das an ihren Nistplätzen vorbei zieht und gezückte Kameras bereithält.

Copyright: insidenorway

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So sitzen sie also und beobachten uns. Allen voran die Papageientaucher, die sich dort versammelt haben. Eine Million sind es und sie schnattern in ihrem Papageientaucherisch wild durcheinander mit Adlerisch, Möwisch und allen Sprachen, die die nordische Vogelwelt bietet. Der Papageientaucher an sich flattert eher aufgeregt hin und her, wenn er sein Felsenheim verlässt und umschwirrt auch fleißig unser Boot. Ok, es ist Nistzeit, möglicherweise sind die Papageientauchermamis in Sorge um ihre Küken. Selbstverständlich betreten wir auch die Brutinseln daher nicht. Aber auch vom Ufer lassen die Gefiederten sich herrlich beobachten, etliche Seeadler kreisen über uns und schauen sich unser Boot erhaben aus der Höhe an. Majestätisch. Die Felsen sind zuweilen weiß getüncht, schließlich muss Vogel ja sein Verdautes irgendwo lassen. Gott sei Dank trifft uns keine Vogelbombe aus der Luft.

Copyright: Svetlana Funtusova / www.nordnorge.com / Nordkapp

Copyright: Svetlana Funtusova / http://www.nordnorge.com / Nordkapp

Wir umrunden das gesamte Vogelschutzgebiet, erfreuen uns am bunten Vogeltreiben, den Wellen und dem Wind. Man könnte Stunden hier draußen verbringen. Nach neunzig Minuten geht es jedoch zurück nach Gjesvær. Noch einmal Fischerdorf-Idylle atmen und es geht zurück nach Honningsvåg, wo die MS Nordlys auf uns wartet, die uns auf der Hurtigrute weiter nach Kirkenes bringt. Und jedesmal wieder: ich liebe die Fahrt durch die tundra-artige Landschaft. Besonders jetzt im Sommer, wo sich die Rentiere überall tummeln. Zahlenmäßig sind sie den Einwohnern jetzt definitiv überlegen. Da die Moose und Flechten hier jetzt schön saftig sind, ist das Rentierglück in der kurzen Sommerphase perfekt. Natürlich erobern sie die Straßen gleich mit und so muss man immer wieder halten, weil eine Rentierherde genüßlich im Weg steht. Da sie sich durch nichts stören lassen, muss man ab und zu mit längeren Wartezeiten rechnen.😀 Dafür sind sie einfach wunderhübsch anzuschauen.

Copyright: insidenorway

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Fazit: die Insel Magerøya ist viel mehr als nur das Nordkapp. Die Vogelsafari sollte sich deshalb jeder einmal gönnen. Im Norden Europas. Wo der Gefiederten Paradies ist.🙂