Alex´ Begegnung mit moderner Kunst und Kunstwerk-Katastrophen

Für meine Leser bin ich ja immer unterwegs um zu testen, was Norwegen und vor allem mein geliebtes Oslo zu bieten hat. Und obwohl ich kein Museumsgänger bin nehme ich mir von Zeit zu Zeit immer mal wieder ein Museum vor und bin definitiv in den meisten Fällen positiv überrascht worden. Also dachte ich mir, dass ich mich doch mal an eines der spektakulärsten Museen der Hauptstadt mache, das Astrup Fearnley Museum. Von außen eines meiner Lieblingsgebäude in Oslo, von innen sagen wir – gewöhnungsbedürftig. Hundert Kronen muss man investieren um das, was allgemein unter moderner Kunst verstanden wird, zu begutachten. Ich nehme mir zuerst die Wechselausstellung vor mit dem festen Vorhaben den ausgestellten Stücken etwas abzugewinnen. Aber Leute: ich muss passen. Nein nein nein, ich werde mit dieser Art von Kunst nicht warm und irgendwie ist mir nicht klar was zwölf auf dem Boden stehende Milchtüten eines norwegischen Milchprodukteherstellers mit Kunstwerken zu tun haben. Ebenso geht es mir bei Stöcken, die in Glasscheiben stecken und einem aus Metall-Leisten zusammengeschweißten Paravent, vor dem Lumpen drapiert wurden. Auch die Andächtigkeit, mit der andere Ausstellungsbesucher vor den Objekten stehen und die Frage interpretieren, was denn der Künstler damit sagen wollte, bringt mich eher zum schmunzeln als zum philosophieren.

Nun ja, es bleibt ja noch die ständige Ausstellung im Nebengebäude, die ich mir natürlich auch noch gebe. Wenn schon denn schon. Aber auch hier wird es nicht besser, zumindest nicht für mein Kunstverständnis. Wer schwache Nerven hat, sollte den ersten Raum überspringen, es sei denn er steht auf durchgeschnittene Tiere, die man von innen betrachten kann oder Schafe, die mit offenem Leib wie Jesus am Kreuz drapiert sind. Nein, sorry da hört es bei mir auf. Weiter geht es wenigstens mal in einen Raum mit großflächigen Gemälden und Kollagen. Dem kann ich noch abgewinnen, dass man dafür eine gewisse Kunstfertigkeit braucht. Als ich aber an einem weiteren Raum vorbei komme, in dem zahllose Farbdosen scheinbar wahllos abgestellt wurden, muss ich schnell auf die Kennzeichnung des Raumes schauen, ob es sich hier um Ausstellung oder Lager handelt. Wie hätte es anders sein können? Natürlich gehört es zur Ausstellung. Ich entscheide mich kurzfristig, dass ich für den Tag genug Kunst besichtigt habe und jetzt irgendetwas sehen muss, was meine Augen als ästhetisch empfinden, wie zum Beispiel das ganze Oslo AUSSERHALB des Museums. 😉

Fazit: für mich persönlich ist ein zweiter Besuch meinem Lebensglück nicht zuträglich. Alle anderen müssen das selbst herausfinden. 🙂

Expecting Christmas – Oslo weihnachtlich geschmückt

Ich habe ja wirklich schon einige Städte im vorweihnachtlichen Gewand gesehen, aber ich finde, dass Oslo in punkto Beleuchtungsdeko wirklich Maßstäbe setzt. Ok Norwegen muss nur verhalten auf Energiekosten achten, also findet man an so ziemlich jeder Straßenecke liebevoll arrangierte Tannenbäume noch und nöcher. Selbst die U-Bahn-Tunnel hat man nicht vergessen mit weihnachtlicher Stimmung zu versorgen. Besonders schön hat sich der Stadtteil Akerbrygge herausgeputzt, er hat es natürlich durch die Lage direkt am Oslofjord leicht sich in ein stimmungsvolles Weihnachtsgewand zu kleiden. Meine Lieblinge sind ja immer wieder die beleuchteten Kugelbäume, die überall in Akerbrygge und im Stadtteil Tjuvholmen aufgestellt sind. Ja…..Oslove….. ❤

Zum Schreien schön! Das Munch-Museum!

Nun ja, also das Munch-Museum liegt in einem Stadtteil Oslos, der nicht SO unbedingt zu den schönsten gehört. Nichtsdestotrotz dachte ich mir, dass man Munchs berühmtestes Gemälde, den „Schrei“, vielleicht doch gesehen haben sollte. Ich bin zwar nicht so der Kunstfanatiker und manch einer mag mich gerne dafür erschlagen, dass ich Kunst eigentlich nur nach zwei Kriterien beurteile: gefällt mir und gefällt mir nicht. Aber für sehr bekannte Gemälde bin ich dann doch gerne zu haben. Dass „Der Schrei“ in einem Aufsehen erregenden Raub vor ein paar Jahren am hellichten Tag entwendet wurde, haben die Norweger zum Anlass genommen das Museum mit umfangreichem Sicherungstamtam auszustatten. Mantel, Tasche etc. fährt durchs obligatorische Röntgengerät bevor man sich als Besucher auf die Ausstellung stürzen kann. Diese lohnt sich dann allerdings auch wie ich finde. Munch gilt ja als Wegbereiter des Expressionismus und hat über den „Schrei“ hinaus eine ganze Reihe beeindruckender Gemälde auf die Leinwand gebracht, von großformatigen Gartenszenen bis hin zu zahlreichen Grafiken mit Tiermotiven.

Ja, und „Der Schrei“. Das Gemälde, kaum größer als ein Din A 4 Blatt, hängt exponiert in einem eigenen Raum. Die meisten Besucher bleiben ziemlich lange davor stehen. Kein Wunder, denn es fängt einen sofort ein.

Als leidenschaftlicher NICHT-Museumsgänger finde ich im Munch-Museum, wie in vielen anderen Museen Norwegens, eins gelungen. Die Ausstellung ist auch für Kunstbanausen wie mich im Umfang absolut gut dosiert. Und am Schluss bleibt auch noch Zeit für ein wohlverdientes Stück Schokoladenkuchen im Museumscafé!