Am Ende der Polarnacht – Spitzbergen erwacht aus dem Winterschlaf

Copyright: Jens Henrik Nybo - Visitnorway.com

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Früher war ich ja mehr Sommer. Mittlerweile bin ich ein echter Winterfan geworden. Nur das mit der Polarnacht ist immer noch so ne Sache. Für lange Nächte bin ich bis heute nicht zu haben – also zumindest nicht, wenn sie sich auf die Anzahl der Stunden beziehen, in denen die Sonne nicht scheint. Allerdings ist es schon ein Erlebnis, wenn es mittags um zwölf so stockdunkel ist wie wir es eigentlich mehr von Mitternacht gewohnt sind. Auch die Norweger sind nicht wirklich versessen auf die lange Dunkelphase. Aber sie leben damit. Die in Spitzbergen sind am schlimmsten dran. Also eigentlich heißt das ja Svalbard, also kalte Küste, aber der Begriff will sich im deutschsprachigen Raum nicht so recht durchsetzen. Da die Inselgruppe so ziemlich das Nördlichste ist, was Norwegen zu bieten hat, weit draußen im Polarmeer, währt die Polarnacht hier am längsten. Seit 26. Oktober ist die Sonne nicht mehr über dem Horizont erschienen. Seit gestern ist sie wieder da, nach fast vier Monaten völliger Dunkelheit. Erst zaghaft mit einer Tageslänge von einer Stunde, heute am 16. Februar können sich die Spitzbergener bereits an zwei Stunden Tageslänge erfreuen. In zwei Wochen wird die Sonne wieder knappe acht Stunden scheinen.

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Was bedeutet, dass jetzt auch wieder die beste Zeit anbricht um die Inselgruppe für sich zu entdecken. Mit geführten Schlittentouren durch die Natur zu sausen ist im März und April ne echte Sensation, noch genug Schnee und schon genug Licht. Im Spitzbergener Hochsommer erwärmt sich die Inselgruppe auf mollig warme 5 Grad plus, Zeit für die Tourismus-Hochsaison. Wer allerdings bei Tourismus an Komfort, ausgebaute Infrastruktur und so denkt sollte urlaubsmäßig 1.000km weiter südlich planen. Außerhalb von Longyearbyen, der größten Kommune von Spitzbergen, sind Arktisausrüstung und Bewaffnung die Schlüsselworte wenn man hier im Outback unterwegs ist, denn freundliche Eisbären sind eher selten und Brücken über Flussläufe oder gar befestigte Straßen sind ebenfalls Mangelware. Deshalb gibt es außerhalb der Kommunen auch eine ganze Reihe Vorschriften zum Eigenschutz, die man unbedingt beachten sollte. Die Liste zum Umgang mit Eisbären erscheint mir so lang wie eine wissenschaftliche Abhandlung, aber auf die Umarmung eines Weißfellriesen bin ich dann auch nicht scharf! Also sollte man sich lieber an die norwegischen Empfehlungen halten.

Dafür wird man dann aber auch belohnt: mit einer der schönsten Naturregionen, die Norwegen zu bieten hat! ❤

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