Wo St. Olav wacht und die Heimat rockt – Trondheim

Nun ja in Norwegen bleibt einwohnerzahlmäßig so ziemlich jede Stadt weit hinter Oslo zurück, aber eine handvoll kann doch noch mit dem Prädikat „Großstadt“ aufwarten. Trondheim zum Beispiel. Und zwischen viel Natur ist Großstadt ja auch mal eine Abwechslung. Vor allem, wenn man gleich das Nationalheiligtum des Landes dort besichtigen kann. Nämlich den Nidarosdom. Und da sind wir auch schon beim Thema. Nidaros, woher kommt das eigentlich? Da Trondheim an der Mündung des Flusses Nidelva liegt, lag nichts näher als die Stadt nach ihrer Lage zu benennen, eben Mündung des Flusses. Aber Stadtgeschichte wäre ja so langweilig, wenn man sich nicht auch mal einen Namenskrieg leistet. Von Nidaros umbenannt in Trondhjem und wieder zurück in Nidaros, ja was denn nun? Endfassung: das norwegisierte Trondheim. Immerhin blieb der alte Name in besagtem Dom erhalten.

Nidarosdom, Copyright: Terje Rakke/Nordic life - Visitnorway.com

Nidarosdom, Copyright: Terje Rakke/Nordic life – Visitnorway.com

Der ist dann auch gleich von imposanter Natur. Nationalheiligtum verpflichtet. Erbaut auf dem Grab des norwegischen Schutzheiligen St. Olav tat er seit dem Jahr 1070 das, was man als mittelalterlicher Bau so macht, vor allem Brände überstehen. Derer gab es dann auch einige, aber die Norweger ließen sich nicht davon abhalten den Dom jedes mal neu aufzubauen, schließlich war er eines der wichtigsten Pilgerziele. Seine ganze gotische und romanische Pracht entfaltet er noch heute, er ist in der Stadt ja auch kaum zu übersehen.

Den krassen Gegensatz dazu bildet Rockheim. Nein kein Heim für irgendwas, sondern das 2010 eröffnete nationale Museum für Pop und Rock. Ja, Norwegen hat schon mehr als A-ha hervorgebracht und das Museum zeigt alles, was nach 1950 in punkto Populärmusik in Norwegen veröffentlicht wurde. Nun ja, vielleicht nicht ALLES, aber doch eine ganze Menge. Außerdem ist der Bau prima gelungen, mehr Disco- als Museumsoptik. Aber das ist die Philosophie. Schließlich soll  man als Besucher nicht nur gucken, sondern teilnehmen und interagieren. Also ran an die Instrumente, ran ans Mischpult und sein eigenes Remix produzieren.

Rockheim, Copyright: CH - visitnorway.com

Rockheim, Copyright: CH – visitnorway.com

Trondheim hat neben diesen zwei Highlights natürlich noch viel mehr zu bieten. Stiftsgården zum Beispiel. Weiblicher Ehrgeiz brachte hier das größte Holzpalais in Skandinavien hervor. Schließlich braucht man als Geheimratsgattin eine angemessene Residenz, in der sich die führende Schicht der Stadt treffen kann. Cecilie Christine Schøller fand in den 1770er Jahren 140 Räume dafür angemessen.

Bescheidener kommt da der Kanalhafen daher, aber dafür finden sich hier die typisch trondheimschen Lagerhäuser, skandinavisch bunt, hübsch aneinandergereiht. Die Zeit als Fähren-Verkehrsknotenpunkt ist passé, aber die Personenfähre zur Insel Munkholmen legt hier immer noch ab.

Lagerhäuser am Kanalhafen

Lagerhäuser am Kanalhafen

Damit sollte man auf jeden Fall einmal zu der entzückenden Insel übersetzen, auch die Trondheimer tun das gerne. Das darauf befindliche Kloster ist multifunktional, nach seinem Dasein als Gebetsort war es Munitionslager und Gefängnis. Heute liegt man eher im Schatten des alten Gemäuers um sich die Sonne auf die Nase scheinen zu lassen und ein Bad im Meer zu wagen.

Also auf nach Trondheim. An die Mündung des Flusses. Und das ganze Drumherum.

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