Mountain-Road-Glück auf siebzig Kilometern – der Aursjøvegen !

Zeit für eine neue Tour durch meine Lieblingsprovinz Møre og Romsdal und die Erkundung des Aursjøvegen. Immerhin soll die Straße zu den schönsten gehören. Und da der Norweger an sich ja gerne mal seine Bergstraßen im Winter schließt, war es höchste Zeit hier vorbei zu schauen.

Wir starten also Richtung Sunndalsøra. Wetter: na ja. Aber wer lässt sich von ein bißchen Nieselregen abhalten, wenn man schon die ganze Woche auf besseres Wetter gewartet hat und die norwegische Wetterwelt bekanntlich die schönsten Überraschungen bereithält. Erste Station: Der See unweit der Schranke, an der der Aursjøvegen beginnt. Ja und das Wetter hält wirklich Stimmungsfeuerwerk bereit. Die Wolken hängen tief in den Bergen, die vermosten Steine leuchten in grün und die Ruhe zwingt einen zur Rast. Herrlich. Die Haltepunkte müssen wir uns suchen, norwegische Traumstrecken haben gerne die Eigenschaft, dass man an den besten Fotomotiven nicht halten kann. Aber heute haben wir Glück, kein Mensch außer uns in Sicht. Also genießen wir erst mal die Ruhe hier.

Copyright: insidenorway

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Nach einiger Zeit reißen wir uns von dem gemäldegleichen Anblick los, denn uns schwant, dass sich 74km Strecke auf zehn Stunden ausweiten könnten. Was sie dann aufgrund zahlreicher Wir-genießen-den-Ausblick-Momente auch tun. Weiter geht es den Berg hinauf. Derjenige, der nicht schwindelfrei ist, erfreut sich an den fehlenden Leitplanken und der Möglichkeit einen Freiflug mit dem Auto hinzulegen. Das ein odere andere mal halten wir bei Gegenverkehr auf der schmalen Straße an, schließlich wollen wir ja auch noch den Rest der Straße sehen. Und spätestens beim Blick von oben ins Tal wissen wir warum wir Regenwolken einfach fabelhaft finden. Vor allem dann wenn sie sich mit der Sonne zusammenraufen und einen Regenbogen über das Tal spannen. Hier sind wir quasi wieder mal im Norwegenhimmel.

Copyright: insidenorway

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Aber es geht natürlich noch weiter. Über die Baumgrenze hinaus bis auf 900 Höhenmeter. Schön, wenn man auch mal mit dem Auto die Wolkendecke durchbrechen kann und dafür kein Flugzeug braucht. 😉 Allerdings sind wir uns noch nicht sicher, ob das Fahren bei null Sicht zu unserem bevorzugten Szenario gehört. Immerhin führt die Straße auf diesem Streckenabschnitt nicht mehr am Abgrund entlang, sondern schlängelt sich über die Hochebene. Zeit um wieder mal zu halten. Schon allein deshalb, weil es sich hier Krähenbeeren äußerst gemütlich gemacht haben. Also Eimer zücken und pflücken. Das ein oder andere Auto, das vorbei kommt, ist angefüllt mit Fragezeichen darüber, was wir wohl da in vorteilhafter gebückter Haltung in feuchter Kälte aufklauben.  😀

Da uns nach zwanzig Minuten unsere kalten Finger zum aufhören gemahnen, machen wir uns auf, die Höhe, auf der wir uns befinden , wieder nach unten zu korrigieren. Also wieder durch die Wolkendecke. Und flugs kommen auch die Bäume wieder. Leider damit auch das Thema: fahren am Abgrund. 😀 Nach einer Weile müssen wir wieder mal halten. Talblick deluxe. Diesmal ins Eikesdal.

Copyright: insidenorway

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Schon jetzt wissen wir: der Aursjøvegen war nicht zum letzten mal unser Ziel. Das Bonbon bekommen wir zum Schluss. Auf dem Weg zurück nach Farstad fahren wir am Eresfjord entlang. Der Sonne-Wolken-Mix hat sich auch hier gehalten und lässt die Sonne spektakulär den Weg zum Wasserspiegel suchen. Glücklicherweise gibt es einen Haltepunkt, nachdem wir ob der Aussicht und mangelnder Haltemöglichkeit schier in Verzweiflung verfallen. Doch Odin ist gnädig und wirft einem doch immer wieder den obligatorischen Fotostopp hin.

Copyright: insidenorway

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Fazit: der Aursjøvegen ist ein Muss! Für dieses Jahr ist zwar erst einmal Schluss, denn der Winter steht schon in den Startlöchern, heißt: Schranke runter und auf den nächsten Frühling warten. Aber dann sollte man fahren, am Abgrund, durch die Wolken. ❤

5 Gedanken zu “Mountain-Road-Glück auf siebzig Kilometern – der Aursjøvegen !

  1. Liebe Alex,
    dein neuer Beitrag mit diesen unbeschreiblich schönen Bildern ist einmalig! Meine Sehnsucht wächst, bald mal wieder nach Norwegen zu reisen.
    Übrigens liege ich auch flach, du hast mich telefonisch angesteckt ;-))

    Herzliche Grüße
    Sybille

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