Oslo auf dem Weg zum Frühling oder: Hauptstadtwandel zwischen zwei Jahreszeiten !

Februar. So langsam verabschiedet er sich. Der Winter. Und während er in Nordnorwegen sein Regiment zuletzt abgibt, dürfen wir in Oslo schon am Frühling riechen. Ok, auch bei uns weiß das Wetter noch nicht sooooooooooooo richtig, was es will und wir spielen Pingpong mit: Schnee – kein Schnee – Schnee – kein Schnee. Aber immerhin kann man die Spikes jetzt unter den Schuhen weglassen, Im Winter ist ja die Lieblingsbeschäftigung des Rathausplatzes Fußgänger zum Pinguinwalk aufzufordern. Kopf nach unten gesenkt, leicht nach vorne gebeugt, Trippelschritte. The Oslo walk of shame, aber effizient gegen Knochenbrüche und sonstige Unannehmlichkeiten, auf die man dankend verzichten kann. Überhaupt wird es jetzt wieder Zeit die Hauptstadt zu daten. Ok, ich gebe zu, ich bin in einer gewissen Liebesbeziehung zu ihr, jedoch kann man sich der kaum entziehen wenn Oslo gen Frühling wieder aufzublühen beginnt. Aber NOCH ist es ja nicht ganz so weit. Zumindest hüllen sich die Brunnenfontänen noch in Winterschlaf und der Schnee behält sich außerhalb der Stadt noch vor gegen den Frühling zu rebellieren. Die Marka gehört mir!

Rathausplatz, Copyright: insidenorway

Rathausplatz, Copyright: insidenorway

Ja, ok, im Grüngürtel der Stadt ist immer noch weiß die vorrangige Farbe, aber der Osloer macht was draus. Kein Wunder, dass am Wochenende in Bus und Bahn mehr Skier als Norweger sitzen, wozu hat die Hauptstadt denn auch sonst ihr riesengroßes Langlaufgebiet, Rodelpisten, den Winterpark und – den Holmenkollen. Nun gut, runterfahren ist mehr für Mutige, ok, Kenner, aber zugucken geht auch ohne Skisprungtalent.

 Aber zurück in die Innenstadt. Frühling und so. Schön, dass sich der Norweger an sich in diesen Tagen auch mal bequemt seine Weihnachtsdeko abzumontieren. Zuweilen fragt man sich, besonders in den Stadtteilen Akerbrygge und Tjuvholmen, ob man den Balkonweihnachtslichterglanz nicht gleich als Frühlings-, Sommer- und Wasweißichwasdeko deklarieren sollte, dann kann es wenigstens ganzjährig hängen bleiben. Wo Oslo ja sonst stets über Nacht die Dekobereinigungskönigin ist, waltet man im Postweihnachtsmodus mit norwegischer Gelassenheit. Auch Dekoweihnachtsbäume bleiben gerne bis Mitte Februar stehen.

Akerbrygge, Copyright: insidenorway

Akerbrygge, Copyright: insidenorway

Der frozen Fjord beugt sich den ersten Sonnenstrahlen und die Mini-Eisschollen, die auf ihm treiben, lösen sich in Wohlgefallen auf. Allenfalls eine papierdünne Eishaut bleibt, das letzte Aufbäumen, bevor die Minusgradfraktion in den Sommerurlaub geht. Und parallel zum Eisschwund im Fjord gibt es Eisaufrüstung in der Paradis Gelateria. Für mich persönlich ja ein Segen, dass sie im Winter nie ganz schließt, sondern nur auf Eissparflamme läuft. Jetzt ist es Zeit wieder alle Eisleckereien ins Sortiment zu nehmen. Über das Hüftgoldding reden wir nicht. Und wo wir gerade beim Schlimmfood sind: niemals ins Espressohouse Akerbrygge gehen. Es sei denn man will nur auf die Festung Akershus schauen, einen schnöden Kaffee genießen und ist die Reinkarnation der Disziplin. Alle anderen sollten sich hüten, einen Blick auf den Caramell-Cheesecake zu werfen. Suchtfaktor 100! Selbst, dass er umgerechnet 8€ kostet, kann einen nicht von diesem Teufelsding abhalten.

Caramellcheesecake Espressohouse Akerbrygge, Copyright: insidenorway

Caramellcheesecake Espressohouse Akerbrygge, Copyright: insidenorway

Ja und auch die Touristen werden jetzt wieder mehr und kommen um sich in  die Hauptstadt zu verlieben. In die Architektur, in die Restaurants und ins Nachtleben. In die Sonnenuntergänge im Oslofjord, in die Parks, in die Natur rund um die Stadt – und nicht zuletzt in den Gedanken wieder zu kommen. Entflammt in Oslove! ❤

Der Frühling ist da oder wenn Oslo sich in Blumen hüllt

Wir in Oslo sind ja mit dem Frühling im Vergleich zum übrigen Europa etwas später dran – Norden und so. Aber wenn der Mai gekommen ist badet die Hauptstadt in einem Meer aus Tulpen und Stiefmütterchen. Fast als würde Oslo aus dem Winterschlaf erwachen. Rund um das Rathaus leuchtet es in gelb, rot und lila, im Vigelandpark erwacht der Rosengarten aufs neue, die Bäume haben endlich wieder ihr sattes grün – kurzum Oslove!

Frühling am Rathausplatz, Copyright: insidenorway

Frühling am Rathausplatz, Copyright: insidenorway

Und pünktlich zum Mai nimmt auch der Himmel wieder oslotypische Gestalt an. Wer ein Fan von gigantischen Wolkenformationen ist, sollte jetzt nach Oslo kommen, denn der Himmel ändert sich ca. alle zwanzig Minuten und die Wolken tanzen über der Hauptstadt, von lieblich bis bedrohlich. Nichts schöneres also als frühmorgens mit einem Becher Kaffee auf einer der Bänke am Hafen zu sitzen und das Oslo-Wolken-Feeling zu genießen. Ich bemühe mich ja ab und zu einen Sonnenaufgang fotografisch zu erwischen, denn wenn unser Stern morgens über der Festung Akershus hervorlugt, ist Oslo nochmal so schön. Nur dass man sich dafür bereits um 4:15 Uhr zum Fotoshooting einfinden muss treibt einen Nachtmenschen wie mich in den Wahnsinn. 😉 Da kommt mir der SonnenUNTERGANG um 22:10 Uhr doch deutlich gelegener.

Die Festung Akershus nach Sonnenaufgang, Copyright: insidenorway

Die Festung Akershus nach Sonnenaufgang, Copyright: insidenorway

Aber auch wer frühmorgens noch sein gemütliches Bett bevorzugt kommt voll auf seine Kosten. Vor dem Nobelpreiscenter blühen die Kirschbäume und an allen Ecken spielen Straßenmusiker ihr gesamtes Repertoire. Wer gerne städtisches Treiben beobachtet kann sich eigentlich den ganzen Tag auf dem Rathausplatz aufhalten, denn hier ist immer was los. Auch die Fähren tuckern jetzt wieder im Hochbetrieb über den Fjord und bringen Einheimische und Touristen wieder zu den vielen kleinen Inseln im Oslofjord, sonntags gerne mit Sack und Pack, wenn der Osloer samt Familie mit Kinderwagen und Picknickkorb bewaffnet die Natur rund um seine Stadt genießt.

Kirschblüte am Nobelpreiscenter, Copyright: insidenorway

Kirschblüte am Nobelpreiscenter, Copyright: insidenorway

Und nicht nur der Fährbetrieb ist erwacht. Wer von Schiffen nicht genug bekommen kann, ist beim Auflauf der Giganten genau richtig. Täglich tutet sich ein neuer Kahn den Weg frei und liegt den Tag über majestätisch am Kai unterhalb der Festung, an der Oper und am Colorline-Terminal. Das ganze Spiel wiederholt sich dann abends, wenn alle wieder ablegen. Auf die tägliche morgendliche Notfallübung in vier Sprachen, die ganz Akerbrygge weckt, könnte ich allerdings verzichten. 😉

Copyright: insidenorway

Copyright: insidenorway

Wer also jetzt nach Oslo kommt sollte gleich drei Wochen bleiben, denn an jeder Ecke lockt ein neues Fotomotiv, ein neues Blumenarrangement, eine neue Wolkenformation, ein neuer fantastischer Blick über die Stadt. Allein für das Sonnenuntergangthema sollte man an mindestens zehn unterschiedlichen Plätzen in der Stadt seiner romantischen Ader folgen.  Ob im Vigeland-Park, wo die Sonne gleich zweimal untergeht, am Horizont der Stadt und im Spiegel der am Hang liegenden Häuser, oder in Tjuvholmen, an der Oper, und und und….

Anyway: schon ein Kurztrip erfüllt das Norwegenherz mit purem Glück. Und schließlich kann man ja wieder kommen. ❤

 

 

Oslo 360° – einmal quer durch die Stadt bitte!

Kann man eigentlich ganz Oslo auf EIN Bild bannen? Na ja so ganz geht das nicht, aber Gott sei Dank gibt es ja Panorama-Fotos. Selbige von Akerbrygge und Tjuvholmen habe ich Euch ja schon gezeigt. Heute ist das übrige Oslo dran. Wenn mich jemand nach meinen liebsten Gebäuden in der Haupstadt fragt, ist zweifelsohne die Oper dabei. Schon alleine deshalb, weil sie meine beliebte Station ist um schnell mal……also Ihr wisst schon…..wobei man sagen muss, dass die Designertoiletten im Opernhaus eine echte Attraktion sind. Noch viel mehr ist es die Oper selbst. Vom Dach hat man einfach einen der schönsten Blicke auf den Fjord und wer von dort aus die Sonne hinter Akerbrygge hat versinken sehen, der träumt noch Monate später davon. Praktischerweise kann man das Dach der Oper jedoch auch für alles mögliche andere benutzen, ein Picknick zum Beispiel.

Auf dem Dach der Oper, Copyright: insidenorway

Auf dem Dach der Oper, Copyright: insidenorway

Wer sein Butterbrot zu Hause vergessen hat genießt einfach und erfreut sich daran, dass immer irgendwo ein Kran steht. Das ist überhaupt typisch für Oslo. Man könnte meinen das neue Stadtwappen ist das Baustellenschild und das neue Wappentier der Kran. 😉 Aber letzendlich zeigt es nur, dass Oslo emsig daran baut die Stadt für jeden Besucher noch schöner zu machen.

Oper Oslo, Copyright: insidenorway

Oper Oslo, Copyright: insidenorway

Copyright: insidenorway

Copyright: insidenorway

Wenn man schon mal an der Oper ist kann man auch gleich die drei Schritte weiter zum sogenannten Barcode gehen. Die neu erbauten Hochhäuser spalten die Meinung von Osloern und Touristen. Ich persönlich finde ja, dass sie außergewöhnlich gut gelungen sind. Viel Glas, moderne Fronten in Blaunuancen. Böse Zungen sagen aber sie sind nur ein Architektenobjekt für Architekten. Ich frage mich gelegentlich ob das Erdreich, das immer noch davor aufgeschüttet ist, auch zum Konzept gehört. 😉

Der Barcode, Copyright: insidenorway

Der Barcode, Copyright: insidenorway

Deshalb gehe ich dann auch meistens in der Mitte der Häuserfront hindurch und genieße die Sicht von der anderen Seite, mit zusätzlichem Blick auf die Gleisanlagen des Hauptbahnhofs, der Sentralstasjon.

Barcode, Copyright: insidenorway

Barcode, Copyright: insidenorway

Und hier möchte ich mal eine Lanze brechen für einen Hauptbahnhof. Entgegen vieler anderer Städte, wo die Gegend um den Hauptbahnhof sagen wir mal nicht zu den schönsten gehört, hat sich Oslo wirklich was einfallen lassen. Kein Schmuddel-Ambiente, keine Architektursünden, nein, im Sommer sitzt man mit einem Kaffee auf den Stufen des Bahnhofs und genießt die Sonne. Oder man chillt in den wieder belebten Østbanehallen, trinkt Kaffee, plaudert oder wartet einfach nur auf seinen Zug.

Bahnhofsvorplatz, Jernbanetorget, Copyright: insidenorway

Bahnhofsvorplatz, Jernbanetorget, Copyright: insidenorway

Na und wenn man schon mal dabei ist geht man gleich die Karl Johans Gate lang. Praktischerweise liegt da auch noch allerhand Sehenswertes auf dem Weg. Dort, wo die Straße noch vor 200 Jahren zweigeteilt war, winkt das Parlament. Ich liebe das Gebäude ja und mache hier gerne Rast wenn ich den obligatorischen Coffee to go in der Hand habe. Obwohl das Grand Hotel gleich nebenan ist, ziehe ich die 25-Kronen-Variante beim Narvesen vor. Kaffee ist schließlich Kaffee…. 😉

Parlament und Grand Hotel, Copyright: insidenorway

Parlament und Grand Hotel, Copyright: insidenorway

Bevor man am Ende der Karl Johans Gate links zum Hafen abbiegt, kann man noch schnell den Royal Palace mitnehmen. Schließlich muss muss man doch immer wieder mal dem König „Guten Tag“ sagen.

Royal Palace, Copyright: insidenorway

Royal Palace, Copyright: insidenorway

Und schließlich zum Hafen. Ja, ich bekenne. Mein Lieblingsort. Hier kann man einfach alles. Relaxen. Eis essen. Die Aussicht genießen, egal ob von Akerbrygge zur Festung Akershus oder umgekehrt. Wenn man auf der Festung rumspaziert kann man allerdings auch zur einen Seite noch den Blick auf Oslos Badeinseln genießen. Kleiner Vorsprung also.

Festung Akershus, Copyright: insidenorway

Festung Akershus, Copyright: insidenorway

Festung Akershus, Copyright: insidenorway

Festung Akershus, Copyright: insidenorway

Kleiner Rundgang, viel Oslo. 360 Grad sozusagen! Und wer sein Herz für die Hauptstadt öffnet, bekommt von ihr 360 Grad Liebe zurück! Oslove! ❤

Oslo Panorama – oder wie man das Herz erfreut

Als in Oslo lebende Fotografin bin ich ja bekanntlich öfter mit der Kamera unterwegs. Diesmal habe ich allerdings mein iPhone bemüht Oslo in Panoramasicht festzuhalten. Das heißt: nicht erst seit gestern, sondern bereits ab Januar.

Akerbrygge, Copyright: insidenorway

Akerbrygge, Stranden, Copyright: insidenorway

Und da sich mittlerweile doch das ein oder andere Panorama-Foto angesammelt hat, fange ich wieder mal mit meinem Lieblingsstadtteil Akerbrygge an. Vieler Worte bedarf es nicht, wenn man gleich das gesamte Panorama von Oslove vor der Nase hat. Und gelegentlich halte ich selber inne und genieße einfach nur den Anblick. Also Fotos zur vollen Größe anklicken und sich von Oslove einfangen lassen. 🙂 ❤

Bryggetorget, Copyright: insidenorway

Bryggetorget, Copyright: insidenorway

Grenze zum Stadtteil Tjuvholmen, Copyright: insidenorway

Grenze zum Stadtteil Tjuvholmen, Copyright: insidenorway

Brynjulf Bulls Plass, Copyright: insidenorway

Brynjulf Bulls Plass, Copyright: insidenorway

Stranden, Copyright: insidenorway

Stranden, Copyright: insidenorway

Rådhusplassen, Copyright: insidenorway

Rådhusplassen, Copyright: insidenorway

Bryggegangen, Copyright: insidenorway

Bryggegangen, Copyright: insidenorway

 

Stranden, Copyright: insidenorway

Stranden, Copyright: insidenorway

Expecting Christmas – Oslo weihnachtlich geschmückt

Ich habe ja wirklich schon einige Städte im vorweihnachtlichen Gewand gesehen, aber ich finde, dass Oslo in punkto Beleuchtungsdeko wirklich Maßstäbe setzt. Ok Norwegen muss nur verhalten auf Energiekosten achten, also findet man an so ziemlich jeder Straßenecke liebevoll arrangierte Tannenbäume noch und nöcher. Selbst die U-Bahn-Tunnel hat man nicht vergessen mit weihnachtlicher Stimmung zu versorgen. Besonders schön hat sich der Stadtteil Akerbrygge herausgeputzt, er hat es natürlich durch die Lage direkt am Oslofjord leicht sich in ein stimmungsvolles Weihnachtsgewand zu kleiden. Meine Lieblinge sind ja immer wieder die beleuchteten Kugelbäume, die überall in Akerbrygge und im Stadtteil Tjuvholmen aufgestellt sind. Ja…..Oslove….. ❤