Kann man von da den Fjord sehen? Ein Selbstversuch in St. Hanshaugen

Also ich bin einfach mal so frech und sage, dass mir so schnell keiner etwas vormacht, wenn es um die besten Plätze in Oslo geht, aber gelegentlich schaue auch ich mal in den ein oder anderen Reiseführer, schon allein deshalb, weil ich es immer spannend finde zu testen, ob ich die ein oder andere Aussage bestätigen kann. Irgendwie habe ich den Stadtteil St. Hanshaugen immer ein bißchen links liegen lassen. Neulich bin ich aber wieder drüber gestolpert, als mir der Oslo-Reiseführer in die Hände fiel. „Eine der besten Aussichten auf die Stadt und den Fjord“ ist doch mal ne Aussage, die mein Fotografenherz höher schlagen lässt. Man muss dazu sagen, dass das Zentrum von St. Hanshaugen – wie könnte es in Oslo anders sein – ein Park ist. Hübsch angelegt im englischen Stil, im Zentrum das Tårnhuset, ein kleines Turmhaus, am höchsten Punkt des Parks thronend, entzückend.

Bis ich die Aussicht genießen kann, muss ich aber erst einmal zu diesem höchsten Punkt gelangen. Und hier kommt wieder der norwegische Winter ins Spiel. Ich habe mir natürlich einen Tag ausgesucht, dem ein Tag Tauwetter vorausgegangen ist und eine Nacht mit Temperaturen deutlich unter null. Ich brauche wohl nicht zu sagen, dass sich diese zwei Komponenten gepaart mit stark ansteigenden Parkwegen zu einer Schlitterpartie zusammen fügen. Aber egal. Ich will wissen ob die Aussicht dort oben hält, was sie verspricht. Immerhin bewirkt die Fortbewegung im Schneckentempo, dass man sich intensiv anschaut, was um einen herum ist. Das beginnt mit den wunderschönen Häuserzeilen, die um den Park liegen und setzt sich fort mit den teilweise witzigen Skulpturen, die über den Park wachen.

Was mich fototechnisch verzweifeln lässt, ist der zugezogene Himmel an diesem Tag, aber ich tröste mich mit der Hoffnung, dass die Sonne über dem Fjord lacht, wenn ich oben bin. Und wenigstens schlittern alle Norweger, die an diesem Tag in St. Hanshaugen unterwegs sind, genauso wie ich durch den Park. Eine übermotivierte Sportgruppe trotzt dem blanken Eis auf den Wegen und bildet einen geradezu grotesken Gegensatz zu allen anderen Park-Besuchern, die sich dankend an jedem Geländer entlang hangeln. Für die Schinderei werde ich dann aber wirklich belohnt. Am höchsten Punkt angekommen ist der Ausblick auf den in Sonne getauchten Fjord wirklich atemberaubend. Wenn ich auch eine kleine Einschränkung machen muss. Jetzt im Winter kann ich ohne Anwendung des Röntgenblicks durch die kahlen Bäume hindurch auf die Stadt schauen.

Wie das im Sommer aussieht werde ich testen!

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