Ganz außen oder: wo ein Leuchtturm die Stellung hält – der westlichste Zipfel der Lofoten !

Der ein oder andere denkt vielleicht: wenn man in Reine war hat man das Äußere der Lofoten gesehen. Nö. Ganz draußen ist das Lofotennirgendwo mit den Inseln Værøy und Røst. Und noch weiter draußen liegt ein Leuchtturm auf einem kleinen Inselchen, der den Schiffen den Weg zum Eingang des Vestfjords weist: der Skomvær fyr. Zur einen Seite stellt das Türmchen sich gegen den Atlantik und lässt sich Wind, Orkan, Sonne und alles, was die Lofotenwetterwelt zu bieten hat, gefallen. Zur anderen Seite schaut er aufs Festland, das allerdings satte 100km entfernt ist, jenseits des Vestfjords. Deshalb finde ich die Bezeichnung VestFJORD für den Vestfjord auch – sagen wir speziell. Aber egal ob man das Ganze als Fjord oder offene See bezeichnet: hier geht der Kabeljau in den Kindergarten, nachdem er aus dem Laich geschlüpft ist. Mama Kabeljau pflegt hier alljährlich im Frühjahr ihre ungeborenen Babys abzusetzen.

Moment, nein eigentlich ging es doch um den Leuchtturm. Also er steht am absolut westlichsten Zipfel der Lofoten. Allerdings steht er da auch ziemlich einsam, da sich die gut 550 Einwohner von Røst auf das Inselchen Røstlandet und eine handvoll weitere kleine Inseln zusammengeklaubt haben, wo man per Straße von Insel zu Insel hüpfen kann.

Skomvær Fyr, Copyright: CH - Visitnorway.com

Skomvær Fyr, Copyright: CH – Visitnorway.com

Ja immer diese norwegischen Inselansammlungen. Das ganze Grüppchen heißt Røst, norwegentypisch gehören 365 Inseln, Schären und Holmen dazu und das größte Eiland der Sammlung verbucht für sich den Namen Røstlandet. Und wenn man bedenkt, dass die höchste Erhebung hier gerade mal elf Meter beträgt, malt man sich vielleicht lieber kein Sturmtief aus. Von denen gibt es hier im Winter nämlich einige und die lassen in schöner Regelmäßigkeit die Häuschen erzittern. Dafür sorgt der Golfstrom dafür, dass die Gegend  im Jahresmittel zu den wärmsten Plätzen Norwegens gehört. Ja, man kann eben nicht alles haben. Immerhin die südlich gelegenen zugehörigen Inseln können  mit Erhebungen bis 259m aufwarten und bieten Minimalschutz gegen den strammen Wind.

Natürlich gibt es hier im Nirgendwo auch eines: Vögel. Wie könnte es auch anders sein. Eine der größten Kolonien Europas hat sich hier denn auch angesiedelt. Ist ja auch so herrlich menschenleer hier und man kann nach Herzenslust brüten. Der anspruchsvolle Wanderer macht die Tour nach Ånnhammeren, bei der man sagenhafte zehn Höhenmeter überwinden muss.  😉 Die Adlerhorste, die es hier früher gab, sind aber leider verschwunden.

Wer sich fragt wie man überhaupt hierhin gelangt: wer von Bodø kommt, kann sich das Ganze gleich noch von oben anschauen und den Pendelhelikopter nehmen, der mehrmals in der Woche den Airport von Røst anfliegt. Viel mehr tut sich an dem Flughafen dann auch nicht, die regelmäßige Flugverbindung mit dem Propellerflugzeug ist schon lange Geschichte. Da ich nicht so der Helikopter-Fanatiker bin, vor allem angesichts der Alle-20-Minuten-wechselt-das-Wetter-Sache, bevorzuge ich die Fähre. Da kann man sich von Moskenesøy, also die Insel, auf der Reine liegt, so gemütlich rüberschaukeln lassen. Und blöd gucken, wenn man die Fähre erwischt hat, die nur bis Værøy fährt und dann wieder nach Moskenesøy zurück. Merke: vor der Abfahrt immer hübsch auf den Fährplan schauen. 😉

Copyright: CH - Visitnorway.com

Copyright: CH – Visitnorway.com

Natürlich kann man hier auch umfangreich angeln. Es ist ein Anglerparadies sozusagen. Und da man sich auf Røst quasi im Atlantik befindet, gibt es das Hochseefischereifeeling inklusive Wellen und Wind gleich mit dazu. Und da die Strömungsverhältnisse für den Fisch an sich ein gemütliches Wohnzimmer sind, tummeln sie sich hier entsprechend. Wer im Spätsommer unterwegs ist erfreut sich an Schwärmen von Dorschen, die sich bereits ein stattliches Gewicht angeeignet haben. Wem die See zu rauh ist, der konzentriert sich einfach auf den Heilbutt, der sich netterweise in den flachen und geschützten Schären aufhält. Meeresangeln light sozusagen.

Wer sich eine Selbstversorger-Hütte mietet ist spätestens dann im Norwegen-Paradies, wenn die frisch geangelten auf dem Teller liegen. Da wird selbst der Nicht-Fisch-Esser zum Fisch-Fetischisten.

Alles in allem: auch wenn die Anreise auf den äußersten Zipfel der Lofoten etwas mühsam ist, wer in absoluter Ruhe Norwegenglückseeligkeit genießen will, sollte es tun. Ganz im Westen. Wo Norwegen zu Ende ist. 🙂 ❤

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