Tromsø oder am Nordrand Europas wohnt das Entzücken !

Ja, man ist schon gehörig weit im Norden, wenn man Tromsø besucht, zwei Breitengrade vom Nordkapp entfernt. Als größte Stadt von Nordnorwegen muss man sich ins Zeug legen und das ist Tromsø ziemlich gut gelungen. Ok, jetzt im Winter ist Tageslicht Mangelware, aber immerhin ist die Polarnacht vorbei und die Sonne klettert wieder für gut sechs Stunden über den Horizont. Dabei hat die Stadt eine zauberhafte Atmosphäre, wenn sie unter dem weißen Winterkleid auf den Frühling wartet und bekanntlich sehen Gebäude ebenfalls zauberhaft aus, wenn sie von Scheinwerfern angestrahlt wie im Winterschlaf liegen. In Tromsø gilt das besonders für die Eismeerkathedrale. Sie thront am Ende der Tromsøbrua, die den Inselteil der Stadt mit dem Festland verbindet. Es empfiehlt sich den Bus zu nehmen, wenn man das Kirchlein näher anschauen will, denn zu Fuß zieht sich die Brücke so in die Länge, dass man das Gefühl hat die Kathedrale ist einen Wochenmarsch entfernt.

Copyright: insidenorway

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Ich persönlich bin in ihrer Gestaltung ja zweigeteilt. Von außen finde ich die Eismeerkathedrale außerordentlich gut gelungen, vor allem in angestrahltem Zustand und man sollte unbedingt auch von ihrer Rückseite einen Blick auf sie werfen. Denn da erwartet einen ein herrlich buntes Fenster, das die Kathedrale mit einer Fläche von 140 qm abschließt. Nun gut, dass die Bezeichnung Kathedrale eigentlich nicht zulässig ist, lassen wir mal unter den Tisch fallen. Nur die Bischofskirchen dürfen sich so nennen.

Von innen, ok, sie ist einfach gehalten. Evangelisch-lutherisch eben. Zum Trost: auch die wirkliche Bischofskirche von Tromsø glänzt nicht mit Prunk.

Hafen, Copyright: insidenorway

Hafen, Copyright: insidenorway

Entzückend ist der Rundgang vom Hafen vorbei am Polarmuseum, der kleinen Festung, durch die Innenstadt bis zum Erlebniszentrum Polaria. Aber der Reihe nach. Den Hafen schmücken die typisch bunten Lagerhäuser und fortwährend darf man den Blick auf die Festlandseite genießen. Am Polarmuseum kann man die erste Einkehrpause einlegen. Es ist ebenfalls gleich am Hafen untergebracht und das Herz des Polarinteressierten schlägt hier auf jeden Fall höher. Nun ja, es liegt denn auch nahe, dass 350km nördlich des Polarkreises alles, was mit Polarforschung zu tun hat, zur Hauptthematik der Stadt gehört.

Bei der Festung gleich nebenan, muss man ein wenig Phantasie aufwenden um das Ganze als Festung zu identifizieren. Ziemlich klein und so, aber immerhin gibt es Kanonen.

In der Innenstadt erfreut man sich an der Storgata, die es ja in so ziemlich jeder Stadt gibt. Fußgängerzone eben. Wer mag, kann hier auch gleich einen Blick in die Bischofskirche werfen. Etwas oberhalb thront der Bau der Bibliothek. Sehenswert. Im Winter steht einem der Schnee gelegentlich bis zum Hals, aber praktischerweise hat man ja gleich das Wasser vor der Tür. Schnee-Entsorgung auf norwegisch. Wer sich zwischendurch aufwärmen muss und dem Bier zugetan ist, rastet in der Ølhallen ,  im Winter drängelt sich alles in der Wärme drinnen, im Sommer  biegt sich der winzige Bürgersteig vor dem Biertempel vor durstiger Kehlen.

Polaria, Copyright: insidenorway

Polaria, Copyright: insidenorway

Am Ende der Storgata: Polaria. Hier gibt es alles, was mit arktischer Natur zu tun hat. Allerdings sollte man nicht mit der Vorstellung eines von Gigantismus geprägten Erlebnisparks an die Sache ran gehen. Dann ziehen sich die Mundwinkel immer weiter nach unten. Deshalb: sich bereits draußen vom Zauber des Gebäudes gefangen nehmen lassen, Bartrobben bewundern, im Aquariumtunnel die Fischwelt des Polargebiets bestaunen und den virtuellen Flug über Spitzbergen absolvieren. Dann klappts auch mit der Begeisterung.

Copyright: Frank Andreassen / www.nordnorge.com / Tromsø

Copyright: Frank Andreassen / http://www.nordnorge.com / Tromsø

Wer zum Abschluss noch einmal einkehren will, geht zur Tromsø Jernbanestajson. Ja, die Stadt im Norden ist die einzige, die einen Bahnhof hat, obwohl sie keinen Bahnhof hat. Hä? Ja, ganze 3,48m über N.N. sitzt man gemütlich in Eisenbahnabteilen, lauscht den Fahrplandurchsagen mit nem kühlen Drink in der Hand und genießt die zahlreichen Live-Bands, die hier regelmäßig für Stimmung sorgen. Wer mit Platzangst zu tun hat, hat hier ein Problem, wer nicht, lässt sich von der ausgelassenen Stimmung mitreißen. Feiern auf norwegisch.

Jernbanestasjon, Copyright: insidenorway

Jernbanestasjon, Copyright: insidenorway

Und wem das ganze Dunkel und der Schnee nicht gefallen, der kommt im Sommer wieder, wenn die Sonne immer scheint. In Tromsø, im Paris des Nordens. Doch das ist eine andere Geschichte, von der wir Euch im Sommer erzählen wollen. 🙂

 

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